Die Klausenhöhlen in Essing boten altsteinzeitlichen Jägern und Sammlern Schutz und Unterkunft. Heute gehören sie zu den bedeutendsten Fundstellen im Archäologiepark Altmühltal.
Die Besiedlungsgeschichte des Altmühltals begann vor etwa 80.000 Jahren – zu Beginn der letzten Eiszeit, der sogenannten Würmeiszeit. Ältere Funde aus der Zeit vor 500.000 bis 120.000 Jahren fehlen, weil die Donau damals noch durch das Untere Altmühltal floss und keine Ablagerungen in Höhlen möglich waren.
Vor etwa 100.000 bis 10.000 Jahren lebten erste Menschen in den Höhlen und unter Felsschutzdächern (sogenannten Abris) des Altmühltals. Das Klima ähnelte damals dem einer Tundra. Das eisfreie Tal war ein ergiebiges Jagdgebiet – hier lebten Mammut, Nashorn, Ren, Pferd, Wisent und Ur.
Die Klausenhöhlen bestehen aus mehreren übereinanderliegenden Höhlen:
In der Klausennische wurde ein Milchschneidezahn eines Neandertalers gefunden. In der Mittleren Klause bargen Forscher eine Harpune, Knochenspitzen und einen verzierten Lochstab aus Rentiergeweih. Eine Kalksteinplatte mit dem Bild eines Wildpferdes gilt als eines der ältesten Kunstwerke der Region.
1913 entdeckten Archäologen das Skelett eines etwa 30-jährigen Mannes, der vor rund 18.000 Jahren starb. Sein Körper war in rote Farbe gebettet; neben seinem Schädel lagen Bruchstücke eines Mammutstoßzahns. Ein Replikat des Skeletts ist im MEMU Essing zu besichtigen.
Rund 500 Meter südöstlich der Essinger Holzbrücke „Tatzlwurm" gibt es einen Hörpunkt am Weg südlich des Main-Donau-Kanals.
Das Betreten der Klausenhöhlen geschieht auf eigene Gefahr. Eine Haftung wird nicht übernommen.
Klausenhöhlen
93343 Essing