Der Hörpunkt in Altessing informiert über die Geschichte des Kanalbaus im Altmühltal – von ersten Versuchen in der Jungsteinzeit bis zum heutigen Main-Donau-Kanal.
Steile Jurakalkfelsen prägen das Altmühltal, dessen Landschaft sich über Jahrtausende immer wieder verändert hat. Das breite Bett der einstigen Altmühldonau wirkt für die heutige, langsam fließende Altmühl überdimensioniert, doch das Tal war seit frühester Zeit ein bedeutender Verkehrsweg. Schon in der Jungsteinzeit nutzten Menschen den Fluss, belegt durch ein hölzernes Paddel aus der Siedlung Dietfurt‑Griesstetten (Station 17 des Archäologieparks Altmühltal).
Im Jahr 793 ließ Karl der Große zwischen Treuchtlingen und Weißenburg einen Kanal bauen. Der sogenannte „Karlsgraben" sollte eine zwei Kilometer lange Lücke zwischen den Flüssen Altmühl und Rezat schließen und so eine durchgehende Wasserstraße zwischen Main und Donau schaffen. Der noch heute sichtbare Graben ist rund 1.230 Meter lang, 30 Meter breit und 8 Meter tief. Schlechte Versorgung und anhaltender Regen stoppten den Bau jedoch, bevor er fertig werden konnte.
Fast tausend Jahre später verwirklichte König Ludwig I. von Bayern die Idee: Von 1836 bis 1845 entstand der Ludwig-Donau-Main-Kanal. Er verlief auf 35 Kilometern durch das untere Altmühltal und war insgesamt 173 Kilometer lang – von Kelheim bis Bamberg. Mit 100 Schleusen, einer Breite von 16 Metern und einer Tiefe von 1,5 Metern transportierte er ab 1846 Steine, Holz, Kohle und Agrarprodukte. Auch die Steine für die Befreiungshalle in Kelheim wurden auf ihm verschifft. 1950 wurde der Betrieb eingestellt.
1992 wurde der moderne Main-Donau-Kanal fertiggestellt. Er ist 55 Meter breit und vier Meter tief. Neun Schleusen überwinden den Höhenunterschied von knapp 90 Metern zwischen Nürnberg und Kelheim. Damit wurde das jahrhundertealte Ziel endlich erreicht: Rhein und Donau sind heute durch einen schiffbaren Kanal verbunden.
93342 Essing, Ortsteil Altessing
Archäologisches Museum Kelheim
Lederergasse 11
93309 Kelheim