Die Klosterkirche Biburg im Landkreis Kelheim zählt zu den bedeutendsten romanischen Baudenkmälern Bayerns und ist in ihrer ursprünglichen Bausubstanz nahezu unverändert erhalten – heute dient sie als Pfarrkirche St. Maria Immaculata.
Der romanische Kirchenbau mit spätgotischen Gewölben in Lang- und Querhaus verkörpert die asketischen Reformideale der Benediktiner im 12. Jahrhundert. Trotz schlichter Innenausstattung beeindrucken kunsthistorisch bedeutende Details: das Chorgestühl aus dem frühen 16. Jahrhundert mit vollplastisch geschnitzten Köpfen sowie spätgotische und Renaissance-Grabdenkmäler der Klosteräbte im Westteil der Kirche.
1125 schenkten Konrad und Arbeo von Sittling ihre Burg Biburg der Bamberger Domkirche mit der Auflage, ein Kloster zu errichten. Es entstand ein benediktinisches Doppelkloster für Mönche und Nonnen, das 1140 von den Bischöfen Heinrich von Regensburg und Egilberg von Bamberg geweiht wurde.
Zum Klosterbesitz zählten zahlreiche Liegenschaften, darunter die Wallfahrtskirche Allersdorf auf dem Frauenberg – Begräbnisstätte der seligen Berta von Biburg, Mutter der Klostergründer. Nach der Reformation verließen 1555 die letzten Mönche die Anlage. Herzog Wilhelm V. übergab das Kloster 1589 den Ingolstädter Jesuiten, nach deren Ordensauflösung 1773 der Malteser-Ritterorden folgte. 1785 wurde die Kirche als Pfarrkirche St. Maria Immaculata der Gemeinde übergeben. Vom 13. Jahrhundert bis 1991 wurde hinter den Klostermauern Bier gebraut. Ab 2017 entstanden durch eine aufwendige Sanierung der denkmalgeschützten Klostergebäude 50 Wohnungen sowie ein Klostercafé.
Gegenüber der Kirche lädt der Klosterbiergarten Biburg zur Rast ein – ideal kombinierbar mit dem Pilgerweg VIA NOVA oder der Abens-Holledau-Tour.
Klosterkirche Biburg
Eberhardplatz 1
93354 Biburg