Die Klosterkirche Rohr – offiziell St. Mariä Himmelfahrt – zählt zu den bedeutendsten Barockkirchen Bayerns. Ihr spektakuläres „Theatrum sacrum" von Egid Quirin Asam ist ein Meisterwerk barocker Kunst.
Bereits im Jahr 1133 gründete der Edle Adalbert von Rohr an dieser Stelle ein Augustiner-Chorherrenstift. Die erste romanische Basilika wurde im 15. Jahrhundert im spätgotischen Stil umgebaut: Rundbogenfenster wichen Spitzbögen, die Kirchenschiffe wurden neu eingewölbt. Im Dreißigjährigen Krieg wurde das Kloster 1632 zerstört. Nach dem Westfälischen Frieden erholte es sich langsam – und erlebte im frühen 18. Jahrhundert seinen barocken Höhepunkt.
Zwischen 1717 und 1723 entstand die heutige Kirche. Architekt, Stuckateur und Gestalter war der damals erst 25-jährige Egid Quirin Asam – Rohr war sein erstes eigenständiges Werk von Rang. Sein Bruder Cosmas Damian Asam war mit zwei Altargemälden beteiligt. Der Auftrag kam von Propst Patritius II. von Heydon, der die Kirche während seiner 48-jährigen Amtszeit (1682–1730) neu errichten ließ.
Das Herzstück der Kirche ist der Hochaltar: Statt eines Gemäldes zeigt er die Himmelfahrt Mariens als plastische Bühnenszene. Scheinbar schwerelos schwebt die Figur der Maria, getragen von Engeln, in die Höhe – ein Wunderwerk illusionistischer Raumkunst, das in dieser Form einmalig ist. Durch indirekte Lichtführung wird die Inszenierung zusätzlich verstärkt.
Nach der Säkularisation 1803 wurde die Kirche zur Pfarrkirche und blieb so erhalten. Heute beherbergt das Benediktinerkloster Rohr neben der Abteikirche ein Gymnasium, ein Tagungshaus und eine Buchhandlung.
Geführte Kirchenführungen können über das Kloster Rohr gebucht werden. Der Pilgerweg VIA NOVA führt direkt durch Rohr. Direkt neben der Kirche lädt der Gasthof Sixt zur gemütlichen Einkehr ein.
Klosterkirche Rohr
Abt-Dominik-Prokop-Platz 1
93352 Rohr i.NB