Schleuse 4 des Ludwig-Donau-Main-Kanals bei Essing im Altmühltal ist ein denkmalgeschütztes Zeugnis der Ingenieurskunst des 19. Jahrhunderts – erbaut zwischen 1836 und 1845 im Auftrag von König Ludwig I. von Bayern.
Der 172,4 Kilometer lange Kanal wurde zwischen 1836 und 1845 im Auftrag von König Ludwig I. gebaut und ermöglichte erstmals eine durchgehende Schifffahrtsverbindung zwischen der Donau bei Kelheim und dem Main bei Bamberg. Damit war er Teil einer ambitionierten Route zwischen Schwarzem Meer und Nordsee. Rund 6.000 Arbeiter waren gleichzeitig mit den Aushubarbeiten beschäftigt. Der Kanal war 16 Meter breit und 1,5 Meter tief. Mit dem Aufkommen der Eisenbahn verlor er rasch an wirtschaftlicher Bedeutung und wurde 1950 als Wasserstraße offiziell stillgelegt.
Die Schleusenkammern des Kanals waren etwa 34 Meter lang, fünf Meter breit und hatten eine Fallhöhe von rund zwei Metern. Ein Füllen oder Leeren der bis zu 500.000 Liter fassenden Kammern dauerte zwischen 10 und 15 Minuten. Die Tore mussten mit Stangen auf- und zugezogen werden.
Das zugehörige Wärterhäuschen gehört zu den 66 Kanalhäusern, die von Leo von Klenze entworfen wurden und von denen einige bis heute erhalten sind. Der Kanal und seine Bauwerke sind denkmalgeschützt.
Heute verläuft der Fünf-Flüsse-Radweg direkt an der Schleuse vorbei und lädt zu einer willkommenen Rast ein. Parallel zum alten Kanal verläuft bei Essing der moderne Main-Donau-Kanal, der einen direkten Vergleich zwischen historischer und moderner Wasserbautechnik ermöglicht. Die ehemaligen Kanalbetten sind heute wertvolle Stillgewässer und Biotope.
Tipp: Nur wenige Meter entfernt befinden sich zwei Stationen des Archäologieparks Altmühltal: Station 4 - Hörpunkt zur Geschichte des Kanals – und die Station 5 - Keltische Schmiede mit Eisenschmelzofen. Ergänzend gibt es jeweils eine Hörgeschichte zum Ludwig-Donau-Main-Kanal und zum Main-Donau-Kanal.
Ludwig-Donau-Main-Kanal - Schleuse 4
93343 Essing