Ein Kilometer nördlich von Nußhausen, gegenüber dem Kastlhof in Pillhausen, liegt die Schleuse 5 des Ludwig-Donau-Main-Kanals, eine von 100 Schleusenanlagen, mit denen die Wasserstraße 264 Höhenmeter zwischen Donau und Main überwand.
Zur Schleuse 5 gehören ein Wehr mit drei Feldern, eine Schleusenkammer mit zwei Toren sowie ein Schleusenwärterhaus vom Typ A. Das um 1840 im klassizistischen Stil errichtete Wärterhaus wurde 1985/86 durch das Landbauamt Landshut instand gesetzt, dabei entstanden auch Umbauten im Inneren. Ein kleiner Schuppen hinter dem Haus ergänzt die Anlage. Dieselbe Wehrbauart wie hier kam auch bei Schleuse 11 und der Wehranlage bei Prunn zum Einsatz.
Dem Einsatz des „Trägervereins Altmühltal“ 1980 und 1981 ist es zu verdanken, dass die Anlage erhalten ist, denn ursprünglich war ihr Abbruch geplant. Nach der Instandsetzung wurde das Gebäude am 29. April 1986 an die Universität Regensburg übergeben. Für knapp zwei Jahrzehnte betrieb die Universität dort die „Biologische Station Altmühltal“ und führte Ökosystem- sowie Gewässerforschung durch. Die Station war eng mit den ökologischen Begleituntersuchungen zum Bau des 1992 eröffneten Main-Donau-Kanals verknüpft. Nach Abschluss dieses Großprojekts und Umstrukturierungen an der Universität wurde der reguläre Betrieb in den frühen 2000er-Jahren eingestellt.
Die Schleuse 5 ist nur zu Fuß oder mit dem Fahrrad erreichbar. Das Schleusenwärterhaus liegt auf einer kleinen Insel, die nur über den Steg des Altmühlwehrs zugänglich ist. Das Areal wurde der Natur überlassen und als geschütztes Biotop ausgewiesen. Deshalb ist das Betreten der Insel und der Gebäude heute streng untersagt.
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