Das Stadtmuseum Abensberg präsentiert auf 800 Quadratmetern Stadtgeschichte vom neolithischen Feuersteinbergwerk bis zur Gegenwart – untergebracht im gotischen Herzogskasten, einem spätmittelalterlichen Getreidespeicher aus dem 15. Jahrhundert.
Der Herzogskasten wurde zwischen 1450 und 1480 aus Bruchsteinmauerwerk als Getreidespeicher der Herrschaft Abensberg errichtet. Nach wechselvoller Geschichte – unter anderem als Hopfen-Präparier-Anstalt und Möbellager – wurde er saniert und beherbergt heute auf fünf Stockwerken das Stadtmuseum sowie die Tourist-Information der Stadt.
Die Ausstellung führt thematisch von Stockwerk zu Stockwerk durch die Abensberger Geschichte: Im Untergeschoss steht das neolithische Feuersteinbergwerk in Arnhofen im Mittelpunkt – eines der größten seiner Art in Mitteleuropa, in dem zwischen 5.000 und 4.000 v. Chr. in bis zu 8 Meter tiefen Schächten Feuerstein abgebaut wurde. Das zweite Obergeschoss widmet sich der Stadtgründung durch Gebhard I. im 12. Jahrhundert, der Stadtrechtsverleihung 1348 sowie der Schlacht von Abensberg 1809, in der Bayern an der Seite Napoleons siegreich gegen Österreich kämpfte. Weitere Stockwerke zeigen das Leben der Handwerkszünfte im 15. Jahrhundert, religiöse Volkskultur sowie die Kaiserkrippe des Abensberger Künstlers Sebastian Osterrieder.
Abensberg ist Geburtsort dreier bedeutender Persönlichkeiten: Johann Thurmayr, bekannt als Aventinus, gilt als Vater der wissenschaftlichen bayerischen Geschichtsschreibung. Aloisius Wiguläus Kreittmayr schuf eine bayerische Gesetzgebung, die bis 1900 gültig war. Joseph von Hazzi machte sich als Aufklärer, Statistiker und Agrarpolitiker einen Namen.
Das Museum bietet individuelle Führungen sowie spezielle Kinder- und Schulprogramme an. Audio- und Multimedia-Guides stehen zur Verfügung. Ergänzend zur Ausstellung gibt es die App „Ins alte Abensberg", mit der Besucher auf den Spuren von Joseph von Hazzi durch die Stadt wandeln können.
Stadtmuseum Abensberg
Dollingerstraße 18
93326 Abensberg